Die eigene Handynummer kennt der halbe Freundeskreis, sie steht in Verträgen, bei der Bank und in unzähligen Online-Konten. Kein Wunder, dass viele einen Tarifwechsel scheuen. Muss man aber nicht: Die Mitnahme deiner Nummer ist gesetzlich garantiert und in der Praxis eine Sache von wenigen Klicks.

Dein Recht auf die eigene Nummer

Nach dem Telekommunikationsgesetz hast du einen Anspruch darauf, deine Rufnummer zu einem anderen Anbieter mitzunehmen. Der alte Anbieter darf das nicht verweigern und auch nicht künstlich verzögern. Seit der TKG-Novelle gilt zusätzlich: Die Portierung muss am Tag nach der Vertragsbeendigung abgeschlossen sein. Klappt das nicht, steht dir für jeden angefangenen Tag Verzögerung eine Entschädigung zu.

Was die Mitnahme kosten darf

Früher waren 25 bis 30 Euro üblich. Das ist vorbei: Das Entgelt für die Portierung muss sich an den tatsächlichen Kosten orientieren. In der Praxis liegen die Gebühren heute meist zwischen 0 und rund 7 Euro, viele Anbieter verzichten ganz darauf. Prüfe die Preisliste deines alten Anbieters — und rechne die Gebühr gegen die Prämie des neuen Tarifs.

So läuft die Portierung ab

  • Schritt 1: Beim neuen Anbieter im Bestellprozess angeben, dass du eine Nummer mitnehmen willst.
  • Schritt 2: Du brauchst deine alte Rufnummer, den alten Anbieter und meist deine Kundennummer.
  • Schritt 3: Der neue Anbieter kümmert sich um den Rest und meldet sich mit einem Termin.
  • Schritt 4: Am Portierungstag ist deine Nummer für einige Minuten bis wenige Stunden nicht erreichbar.
  • Schritt 5: Danach läuft alles über die neue SIM — die alte wird abgeschaltet.

Der häufigste Fehler: das Timing

Viele kündigen erst den alten Vertrag und beantragen die Mitnahme danach. Das ist unnötig kompliziert. Beauftrage die Portierung direkt beim neuen Anbieter — der stößt die Kündigung in der Regel mit an oder übernimmt sie komplett. Du kannst deine Nummer übrigens auch während der Vertragslaufzeit mitnehmen; der alte Vertrag läuft dann ohne Nummer weiter, bis die Frist endet. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, was der Restvertrag noch kostet.

Prepaid ist kein Sonderfall

Auch Prepaid-Nummern lassen sich mitnehmen. Wichtig: Vorhandenes Restguthaben verfällt bei vielen Anbietern oder muss separat ausgezahlt werden. Lade also kurz vor dem Wechsel nichts mehr auf und frag nach der Auszahlungsregel.

Checkliste vor dem Wechsel

  • Kundennummer und Vertragsdaten des alten Anbieters heraussuchen
  • Portierungsgebühr in der Preisliste prüfen
  • Bei Prepaid: Restguthaben klären, nicht mehr aufladen
  • Zwei-Faktor-Codes: Prüfen, welche Dienste per SMS an deine Nummer gehen
  • Am Portierungstag alte SIM erst entfernen, wenn die neue funktioniert

Kurz gesagt: Die Nummernmitnahme ist der am wenigsten aufwändige Teil eines Tarifwechsels — und definitiv kein Grund, bei einem zu teuren Vertrag zu bleiben.