Die allermeisten Bonusaktionen sind völlig normales Marketing: Ein Anbieter zahlt für einen neuen Kunden, weil der sich über die Vertragslaufzeit rechnet. Aber es gibt Angebote, bei denen die Rechnung anders aussieht — und zwar zu deinen Lasten.

Die neun Warnsignale

  • 1. Die Prämie ergibt wirtschaftlich keinen Sinn. 200 Euro dafür, dass du eine kostenlose App installierst? Dann bist nicht du der Kunde, sondern deine Daten das Produkt — oder die Prämie kommt nie.
  • 2. Zeitdruck. Countdown, nur noch 3 Plätze frei, Angebot endet in 9 Minuten. Seriöse Anbieter lassen dir Zeit zum Nachdenken. Künstliche Dringlichkeit soll genau das verhindern.
  • 3. Kein Impressum, keine Adresse. In Deutschland ist ein Impressum mit ladungsfähiger Anschrift Pflicht. Fehlt es, oder steht dort nur ein Postfach im Ausland, ist das ein hartes Ausschlusskriterium.
  • 4. Die Bedingungen sind nicht auffindbar. Wenn du die Teilnahmebedingungen suchen musst, sie in einem Bild stehen oder erst nach der Anmeldung erscheinen: weglassen.
  • 5. Vorkasse oder Kaution. Du sollst zuerst zahlen, um dann eine Prämie zu bekommen? Bei Energieanbietern ist Vorkasse ein bekanntes Insolvenzrisiko — bei allem anderen ein Alarmsignal.
  • 6. Es geht um Werben statt um ein Produkt. Wenn der Verdienst hauptsächlich daraus entsteht, weitere Leute anzuwerben, und das eigentliche Produkt nebensächlich ist, riecht das nach Schneeballsystem. Solche Systeme sind in Deutschland verboten.
  • 7. Ungewöhnliche Daten werden abgefragt. Für einen Stromtarif braucht niemand deinen Ausweis-Scan per WhatsApp oder deine Online-Banking-Zugangsdaten. Nie. Unter keinen Umständen.
  • 8. Nur Superlative, keine Zahlen. Unschlagbar, garantiert, ohne Risiko — aber nirgends ein konkreter Arbeitspreis, eine Laufzeit oder eine Frist. Wer nichts Konkretes sagt, will nichts Konkretes versprechen.
  • 9. Der Kontakt drängt. Ein Anruf, bei dem jemand dich sofort zur Zusage bewegen will, ist unabhängig vom Angebot ein Grund aufzulegen. Lass dir alles schriftlich schicken.

Der Zwei-Minuten-Check

Bevor du irgendwo deine Daten einträgst:

  • Impressum öffnen — gibt es eine echte Adresse in Deutschland oder der EU?
  • Firmennamen zusammen mit dem Wort Erfahrungen suchen — Foreneinträge sind ehrlicher als Bewertungsportale
  • Teilnahmebedingungen überfliegen: Frist, Bedingung, Auszahlungsweg
  • Prüfen, ob die Bewertungen echt wirken — alle fünf Sterne, alle in derselben Woche, alle in fehlerfreiem Marketing-Deutsch? Verdächtig
  • Bei Energieanbietern: Steht das Wort Vorkasse irgendwo? Dann weiter zum nächsten

Was Bewertungen taugen — und was nicht

Bewertungsportale sind ein Anhaltspunkt, aber kein Beweis. Bewertungen lassen sich kaufen, und unzufriedene Kunden schreiben deutlich häufiger als zufriedene. Achte weniger auf den Durchschnitt und mehr auf die Inhalte der negativen Bewertungen: Beschweren sich viele über dasselbe Problem — etwa nicht ausgezahlte Boni oder unerreichbaren Support —, ist das aussagekräftiger als jede Sternezahl.

Was wir tun — und was nicht

Wir prüfen Angebote vor der Aufnahme und verlinken keine Anbieter, bei denen offensichtliche Warnsignale vorliegen. Aber wir sind nicht der Vertragspartner und können die Konditionen der Anbieter nicht garantieren — die können sich jederzeit ändern. Der letzte Blick in die Bedingungen bleibt deiner. Und wenn dir etwas komisch vorkommt: Der beste Deal ist manchmal der, den man nicht macht.