Gas ist für viele Haushalte der größte Einzelposten der Nebenkosten — und gleichzeitig der Vertrag, den kaum jemand anfasst. Dabei ist der Wechsel unspektakulär: Du beauftragst, der neue Anbieter erledigt den Rest, und in deiner Wohnung ändert sich technisch nichts.

Was sich beim Wechsel ändert — und was nicht

Das Gas kommt weiter durch dieselbe Leitung, der Zähler bleibt derselbe, der örtliche Netzbetreiber bleibt zuständig. Es ändert sich ausschließlich, wer dir die Rechnung schickt. Eine Versorgungsunterbrechung ist ausgeschlossen — dafür sorgt die Grundversorgungspflicht. Das ist gesetzlich abgesichert und keine Frage des guten Willens.

Das brauchst du

  • Deine Zählernummer — steht auf dem Zähler und auf jeder Jahresabrechnung
  • Deinen Jahresverbrauch in Kilowattstunden — aus der letzten Abrechnung
  • Die Postleitzahl, denn Netzentgelte sind regional verschieden
  • Name und Kundennummer deines aktuellen Anbieters

Hast du keine Abrechnung zur Hand, schätze lieber realistisch als zu niedrig. Eine zu niedrige Schätzung führt zu einem zu kleinen Abschlag — und am Jahresende zu einer unangenehmen Nachzahlung.

Die Besonderheit: kWh statt Kubikmeter

Dein Zähler misst Kubikmeter, abgerechnet wird in Kilowattstunden. Die Umrechnung erfolgt über Brennwert und Zustandszahl, die der Netzbetreiber vorgibt. Als grober Anhaltspunkt gilt: 1 m³ entspricht etwa 10 kWh. Für einen Tarifvergleich brauchst du immer den kWh-Wert — den findest du auf der Jahresabrechnung.

So läuft es ab

  • Tarif auswählen und online beauftragen — Dauer: wenige Minuten
  • Der neue Anbieter kündigt beim alten und meldet dich beim Netzbetreiber an
  • Du bekommst eine Bestätigung mit dem Belieferungsbeginn, meist in zwei bis sechs Wochen
  • Zum Stichtag den Zählerstand ablesen und fotografieren
  • Der alte Anbieter erstellt die Schlussrechnung und erstattet zu viel gezahlte Abschläge

Worauf du im Tarif achten solltest

  • Preisgarantie: Auf welche Bestandteile bezieht sie sich, und wie lange gilt sie?
  • Bonusstruktur: Sofortbonus, Neukundenbonus oder beides — und wann wird ausgezahlt?
  • Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist, damit der Folgewechsel nicht scheitert
  • Vorkasse oder Kaution: Finger weg — im Insolvenzfall ist das Geld weg
  • Der Preis nach dem Bonusjahr: Der Arbeitspreis ohne Bonus ist die ehrlichere Kennzahl

Der wichtigste Tipp

Trag dir direkt bei Vertragsabschluss einen Termin ein: elf Monate später prüfen, ob sich ein erneuter Wechsel lohnt. Ein Boni-Tarif ist im ersten Jahr günstig und danach fast immer teurer als der Markt. Wer einmal wechselt und dann liegen bleibt, verschenkt den Vorteil wieder — wer regelmäßig wechselt, spart dauerhaft.