Der Router ist das unscheinbarste Gerät im Haushalt und gleichzeitig das, durch das jedes einzelne Byte läuft. Seit 2016 darfst du frei entscheiden, welches Gerät das sein soll — viele wissen das bis heute nicht.
Was Routerfreiheit bedeutet
Anbieter müssen dir den Anschluss auch dann bereitstellen, wenn du ihr Mietgerät nicht nutzt. Sie müssen dir die Zugangsdaten unaufgefordert und kostenlos herausgeben. Ein Anschluss darf nicht daran geknüpft werden, dass du ihren Router mietest. Seit 2022 gilt das ausdrücklich auch für Glasfaser- und Kabelanschlüsse.
Die Rechnung: Miete gegen Kauf
Router-Miete kostet je nach Anbieter etwa 3 bis 7 Euro im Monat. Das klingt harmlos, sind aber über eine Zweijahreslaufzeit rund 70 bis 170 Euro — ohne dass dir das Gerät je gehört. Ein solides eigenes Modell liegt im ähnlichen Bereich und bleibt danach deins. Ab etwa zwei Jahren Nutzung rechnet sich der Kauf fast immer.
Wann Mieten trotzdem sinnvoll ist
- Bei Defekt tauscht der Anbieter das Gerät ohne Diskussion aus
- Firmware-Updates laufen automatisch — ein echtes Sicherheitsargument
- Bei Störungen kann der Anbieter sich nicht auf fremde Hardware herausreden
- Wenn Technik dich nicht interessiert und Ruhe mehr wert ist als 5 Euro im Monat
Worauf du beim Kauf achten musst
Der häufigste teure Fehler: das falsche Gerät. Ein DSL-Router funktioniert nicht am Kabelanschluss, ein Kabelrouter nicht an Glasfaser. Prüfe vor dem Kauf:
- Anschlussart: DSL, Kabel oder Glasfaser — jeweils eigene Geräteklasse
- Glasfaser: Brauchst du ein Modem mit integriertem ONT oder stellt der Anbieter den ONT?
- Telefonie: Soll die Festnetznummer weiterlaufen, muss der Router VoIP können
- WLAN-Standard: Wi-Fi 6 ist heute ein sinnvoller Mindeststandard
- Updates: Wie lange verspricht der Hersteller Sicherheitsupdates?
So läuft die Umstellung
- Zugangsdaten beim Anbieter anfordern — schriftlich, damit du sie dokumentiert hast
- Bei Telefonie zusätzlich die SIP-Daten erfragen
- Neuen Router anschließen, Zugangsdaten eintragen, Verbindung prüfen
- Erst danach das Mietgerät kündigen und zurücksenden — mit Sendungsnachweis
- Auf der nächsten Rechnung kontrollieren, ob die Mietposition verschwunden ist
Wenn der Anbieter mauert
Manche Hotlines behaupten immer noch, ein eigener Router sei nicht möglich oder man verliere den Support. Das ist schlicht falsch. Bestehe freundlich, aber bestimmt auf deinem Recht und verweise auf die Routerfreiheit. Hilft das nichts, ist die Bundesnetzagentur die zuständige Stelle — ein Hinweis darauf löst das Problem erfahrungsgemäß schnell.
Die Angaben hier sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung.